Ein Beitrag der Schautafel-Schul-Serie

Über die Kreativität

oder

Schule und Zeit-Management

Kreative Menschen können sich selten an feste Zeiten halten.
Sie kommen zu spät, sie finden es belastend, wenn sie genau
zur angegebenen Zeit da sein müssen - denn
das untergräbt ihre Kreativität.
In der heutigen Gesellschaft ist aber genau dies gewollt -
Menschen ohne eigene Kreativität.
Menschen, die nicht mehr nachdenken. Die nur noch konsumieren.
Menschen, die auch Zeit nur noch "konsumieren". Menschen, die Zeit nicht mehr für sich einsetzen, sondern nur noch nach vorgegebenen Zeitplänen arbeiten können.
Wenn dann wirklich einmal Zeit übrig ist, können sie nichts mehr damit anfangen. Sie werden unruhig, nervös, können nicht abspannen oder entspannen, weil man es ihnen abtrainiert hat. Sie müssen ständig beschäftigt bzw. "geführt" werden.

Die Schule ist im Leben eines Menschen gewöhnlich die erste Station, wo diese Konditionierung stattzufinden beginnt. Unter dem Vorwand, Kindern Wissen beizubringen, werden diese ständig im Lernprozess unterbrochen (jetzt lernen wir das, jetzt das - auf das Interesse der Kinder kann nicht geachtet werden), dazu kommt die ständige Disziplinierung.
Es gibt Untersuchungen, die belegen, daß in den ersten 6 Wochen nach der Einschulung bei einem Kind das Leistungsvermögen des Gehirns im Schnitt um 30% zurück geht. Allerdings nur der kreative Teil des Gehirns. Aber das ist genau der Teil des Gehirns, der später notwendig ist, wenn es im Erwachsenenalter darum geht, die Frage nach dem eigenen Sinn des Lebens zu stellen. Oder notwendig werdende Veränderungen zu erkennen und daraus die persönlich richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Menschen, die es nicht gewohnt sind, den kreativen Anteil ihres Gehirns einzusetzen, sind im Allgemeinen dann auch nicht in der Lage, ihre eigene Situation angemessen zu analysieren geschweige denn, sie zu verändern.
Auf diese Weise trägt bereits das heutige Schulsystem dazu bei, aus unseren Menschen "willenlose Sklaven" zu formen.

"Menschen ohne Kreativitšt schaffen tote Institutionen."
      JIDDU KRISHNAMURTI